NORDTRIP – Tag 21: Geirangerfjord & Gamle Strynefjellsvegen

Eine Tageswanderung über den Besseggen Grat, so hatte der ursprüngliche Tagesplan gelautet. Soll schließlich (wenngleich überlaufen) zu den schönsten Wanderungen der Welt zählen. Alternativ, etwas kürzer, aber bedeutend einsamer: Die Tour über die unmittelbar benachbarte Knutshøe. Beides aber fällt aus – das wird logistisch einfach nicht funktionieren.

Aus fällt auch ein anderes Ganztagesprojekt, nämlich eine geführte „Blaueis“-Gletschertour am Nigardsbreen. Auch dies scheitert an der ungünstigen Kombination der Faktoren Gesundheit, Zeit und in diesem Fall zusätzlich noch Preis.

Aber sehen wir’s mal positiv. Ein „freier“ Tag bedeutet: Wir könnten wir Elias eigentlich endlich einen langgehegten Wunsch erfüllen und Boot fahren gehen. Motorisiert bitte!!

Praktischerweise lacht mich ein passendes Plakat an der Rezeption des Campingplatzes an. Zwar scheitert mein Versuch da telefonisch jemanden zu erreichen, aber es ist ja nicht weit, gleich unten am Fjord. Also packen wir zusammen, essen – hust – noch ne Runde Zimtschnecken, die hier morgens frisch angeliefert wurden :-), und fahren einfach mal hin.

Die Bootsvermietung der Firma „Active Geiranger“ befindet sich am Fuß der Ørnesvingen-Straße. Wir fahren also die paar Meter wieder zum Fjord hinunter und blicken dabei auf zwei riesige Kreuzfahrtschiffe hinab, die vor Geiranger ankern. Diese Pötte sind optisch einfach viel, viel, VIEL zu groß für den engen Fjord. Ich finde den Anblick ehrlich gesagt schon ziemlich pervers. Zwei so Hochhäuser auf dem Wasser, und der Fjord ist „voll“.

Nun gut, wir Ameisen fahren auf der Uferstraße an den Pötten vorbei, ebenso auch an den Heerscharen an Passagieren, die sie ausgespuckt haben, und schnell sind wir bei der Bootsvermietung angelangt. Dort erkundigen wird uns nach unseren Optionen.
Die beiden schwächer motorisierten Bootskategorien werden per Ruder gesteuert, die höher motorisierten Modelle mit Lenkrad, also entscheiden wir als Kollektiv von Erstmalskapitänen uns für so eins. Für (fast) zwei Stunden, denn es ist 10.45 Uhr, und ab 12.30 Uhr ist das Boot bereits wieder reserviert.

Wir erhalten unsere Schwimmwesten und kommen hinunter zum Steg. Dort erkundigen wir uns, ob auch Elias das Boot steuern darf – jawohl, darf er. Na prima, denn das war ja schließlich Sinn der ganzen Aktion. Nur auf die kleinen blauen Boote und die Speedboote sollten wir aufpassen, instruiert uns unser 2-Minuten-Einweiser, denn die verursachten wohl erheblichen Wellengang.

Wir legen also ab, und uns Oldies wird sofort klar: Das Steuer wird heute keiner von uns beiden in die Finger kriegen. Elias strahlt über alle 4 Backen. 😀

Wir fahren los, den Fjord entlang in Richtung Nordosten, denn vom Südwesten, von Geiranger, kommen wir ja her. Und wir wollen mal „um die Kurve gucken“, wie’s da weiter geht. Das Boot kommt recht flott voran, Elias jauchzt. Dabei zu fotografieren ist halt nur für Fortgeschrittene, und Anhalten ist beim Kapitän ziemlich unpopulär.

Der erste Wasserfall, dem wir nun von unter auf die Pelle rücken, ist derjenige, der sich gestern so gegenlichtdramatisch präsentierte.

Heute ist das Licht ganz anders. Der Fjord ist heller, freundlicher, ab und an wühlt sich sogar ein vorwitziger Sonnenstrahl durch. Na also, geht doch!

Und siehe da: Ich mache meinen Frieden mit dieser UNESCO-Weltnaturerbe-prämierten Stätte.

Übrigens, wie ich eben nachlas: Weltweit gibt es (Stand heute) genau 206 UNESCO-Weltnaturerbe-Stätten. So wenige!! Und ich fräse gerade durch eine davon. Bzw. werde hindurchgefräst… 😀

Nach wenigen Minuten schon entscheide ich, dass es sich absolut gelohnt hat, dem Geirangerfjord eine zweite Chance zu gönnen, bei anderen Lichtverhältnissen und vor allem: hautnah. Mittendrin statt nur dabei. Mit einem vor Vergnügen quietschenden Chauffeur, wobei der natürlich nicht quietscht, sondern post-stimmbruchig… hier fehlt mir nun wirklich ein passendes Verb. Irgendwelche Vorschläge? „Enthusiastisch knarzt“??

Wir nähern uns weiteren Wasserfällen, rechts wie links. Unter den rechten befinden sich, wie wir erst hinterher checken, die berühmten „7 Schwestern“, aber ehrlich gesagt: Sie sind heute eher unscheinbar, und beim Zählen wär ich heute wohl kaum ausgerechnet auf 7 gekommen. Dennoch ist jeder Wasserfall ein willkommenes Ziel, das wir unterwegs ansteuern.

Tiefer im Fjord frischt der Wind auf. Und Rainer wird irgendwie leicht nervös. Schließlich entscheiden wir uns dafür umzudrehen, am Südufer des Fjords entlang zurück zu fahren und unsere Restzeit lieber noch darauf zu verwenden die beiden Kreuzfahrtschiffe ganz aus der Nähe zu betrachten.

Bei N62° 06.638 E7° 07.092 passieren wir einen interessanten Ort. Auf dem Bild kommt das überhaupt nicht raus, aber da kommt doch tatsächlich ein abenteuerlicher Pfad die steile Klippe hinab bis ganz unten. Oben thront wie das berühmte Adlernest der ehemalige Bergbauernhof Skageflå, angepriesen als ein erstaunliches Zeugnis menschlichen Besiedlungswillens an den unmöglichsten Stellen.. Unten sieht man hauptsächlich einen kleinen Bootssteg, und man kann über den Bäumen ein paar drahtseilversicherte Passagen des Pfades mehr erahnen als sehen. Unwirklich…

Wir passieren ein paar dämliche Graffittis an den Felsen – muss das sein!?!?!?

Und dann bietet sich uns ein Anblick, der das unwirkliche Skageflå irgendwie emotional noch toppt. Denn wir sehen dies:

Wahrscheinlich seid ihr jetzt eher weniger beeindruckt… Moment, ich zoome mal ran (näher geht leider nicht, die Fotos sind granaten-unscharf):

Die hellen Punkte da sind SCHAFE.

Und was ihr jetzt nicht einschätzen könnt, was vor Ort aber absolut unglaublich war: Schafe, wo man sich absolut fragt: WIE um alles in der Welt kommen die DA hin?? Mit dem Boot oder wie???

Ok, wo die Schafe auf mehreren Etagen grasen, ohne in den Fjord runter zu plumpsen, da gibt es ein bisschen Gras. Rechts und links davor stürzen die Felsen aber direkt ins Wasser, und obendran genauso. Wir sind wirklich schwer beeindruckt!!

Nun aber auf zu den Kreuzfahrtschiffen!

Die Pötte sind einfach riesig. Ja, ok, das sagte ich schon…

Wir beobachten eine Weile, wie die Passagiere des Schiffes, das nicht direkt in Geiranger ankert, mit Beibooten hin und her gekarrt werden.

Und dann geht unsere Zeit auf dem Fjord auch schon zu Ende. Elias legt gekonnt am Bootssteg an, und unser kleines Seeabenteuer ist vorbei. Hat es sich gelohnt? Aber JA!!

Mittagessen gibt’s auf dem Parkplatz. Und dann machen wir uns auf den Weg grob in Richtung Oslo. Wo’s genau langgehen soll, ist noch immer nicht so ganz klar. Wir werden auf jeden Fall via Hemsedal fahren, wo wir einen Freund besuchen wollen, aber zwischen Geiranger und Hemsedal liegen verschiedene nicht unbedingt miteinander kompatible Landschaftsrouten, die man wählen könnte. Mal sehen.

Klar ist: Es geht erstmal raus aus dem Fjord, sprich: hoch. Und den Weg hoch, den teilen wir uns nun mit Heerscharen von Kreuzfahrt-Tourbussen und – mit lauter froschgrünen Twizys!! Diese auffälligen kleinen Elektroflitzer kann man in Geiranger als persönlichen Tourguide mieten. Nicht nur befördern sie ihre Passagiere, sondern sie verfügen auch über einen GPS-gestützten Audioguide, der den Fahrer unterwegs mit allem Wissenswerten versorgt. Sachen gibt’s…

Die Straße steigt empor, unterwegs gibt es den ein oder anderen sehenswerten Fotostop:

Tourbusse hin oder her, die Straße macht großen Spaß. Die Landschaft wird weiter und wir queren mal wieder die Baumgrenze.

Und dann erreichen wir auf rund 900 müM. ein kleines Hochtal, und ich bin hin und weg. Schwer, das auf Bildern einzufangen, aber die kleine Straße ist einfach ein Traum. An der Schneegrenze winden sich Straße wie Bach durch eine rauhe Gegend, die richtig Emotionen bei mir auslöst… 🙂

Entschuldigt die Bilderflut! Ich mach sie hier klein, und wen’s interessiert, der klicke drauf und sehe sich die ganze Pracht in groß an…

Ich reiße mich los – es ist auch „frisch“!! – und bald erreichen wir oben den Pass.

Rechts sind größere Gletscher zu erahnen. Und wir sehen auch, wo offensichtlich vor Kurzem eine Lawine losging:

Am See Djupvatnet angekommen, endet die Landschaftsroute Trollstigen-Geiranger. Und hier am westlichen Ende des Sees – der Running Gag des ganzen Urlaubs lautet übrigens „Elias, HIER kannst du BADEN!“ -, hier geht die Stichstraße ab auf den Dalsnibba, „Europas höchstgelegenen Fjordblick von einer Straße aus“. Der Dalsnibba ist ein kahler 1470er, von dem aus man hinunter bis nach Geiranger blickt. Aber sein Kopf steckt in einer fetten Wolke, und dafür 130 NOK Maut zu bezahlen, erachten wir als ein entbehrliches Vergnügen.

Wir fahren also weiter, und nun gerät Rainer ins Schwärmen. Da er aber grad fährt, kann er irgendwie schlecht fotografieren, und so gibt es auch nur ein einziges Foto:

Nach wenigen Kilometern kommt bei Langvatnet rechterhand eine Straße unvermittelt aus einem Tunnel. Die Karte verrät: Hier könnten wir zwei kleine Berge durchqueren, um dann nach links auf eine weitere kurze Landschaftsroute einzuschwenken, die „Gamle Strynefjellsvegen“. Diese alte Straße würde ein paar Kilometer weiter unten in Grotli wieder in unser Haupttal münden. Sollen wir für den kleinen Umweg auf diese Straße hinüber wechseln? Ich hab irgendwie Lust. Zugegeben, die mir vorliegende Beschreibung der Straße war etwas nichtssagend, aber die Strecke ist ja nicht weit.

Rainer aber mag sich ungern von „seinem“ Tal trennen. Ihm gefällt, was wir von der Straße nach Grotli bereits einsehen können, so gut, dass er diese Kilometer nicht auslassen will, er könnte ja was verpassen! Und so entscheiden wir kurzerhand, das Haupttal hinunter zu fahren bis zum anderen Ende des Gamle Strynefjellsvegen, diese Straße rückwärts wieder zurück, anders rum durch die beiden Tunnel und dann die 13 km von „Rainers Straße“ halt noch ein zweites Mal runter.

Wir erreichen bei Grotli das östliche Ende der Landschaftsroute und biegen darauf ein. Und sind sofort, und ich meine wirklich SOFORT gefangen von ihrem Charme. Der Gamle Strynefjellsvegen erweist sich gleich auf den ersten Metern als eine einfach großartige urige Straße. Sie ist über weite Teile nicht asphaltiert, sondern besteht aus dem superfestgestampften Schotter/Sand, der uns schon öfter mal unter die Räder gekommen ist. Am Straßenrand immer wieder große grobe Randsteine als „Leitplanke“, denn die Straße ist quasi einspurig (mit Ausweichstellen mal wieder). Und im Gegensatz zur Geirangerstraße NULL Verkehr.

Einsamkeit, eindrucksvollste Landschaft und absolut türkises Wasser auf der ganzen Strecke. Wir haben uns kollektiv verliebt…

Da wir hier – erstmals heute – plötzlich komplett allein sind und die Landschaft sich einfach so grandios präsentiert, ist klar: Zeit für einen erneuten Drohneneinsatz. Ob’s der in einen Tages-Vlog schaffen wird, ist allerdings noch fraglich – vom heutigen Tag gibt es einfach zu viel Material, das lähmt den Produzenten… 😉

Aber egal, analog und live hat sich der Gamle Strynefjellsvegen durchaus unerwarteterweise tief in unsere kollektive Erinnerung dieser ganzen Reise gebrannt. Großartig und ein absolutes Highlight!

Auch der Gamle Strynefjellsvegen hat einen Pass.

Auf der anderen Seite tauchen wir urplötzlich ein in die Suppe. Man sieht sie hier von rechts heraufkochen:

Aber das Nebel-/Wolkenband ist nicht arg dick, und so schnell, wie wir darin eingetaucht sind, kommen wir auch schon wieder unten raus. Und treffen in einer Kurve auf das erste andere Auto auf der Strecke sowie auf diese hübschen Kameraden:

Kurz vor dem Ende der Landschaftsroute, bevor es durch die beiden Tunnels geht, wartet die alte Strynefjellsstraße schließlich noch mit zwei schönen Aussichtspunkten an Wasserfällen auf. Die sind nicht leicht zu fotografieren – nun gut, unsereins tut, was er kann…

Direkt oberhalb des Øvstebrofossen biegen wir dann nach rechts ab und tauchen in den ersten der beiden Tunnel ein. Schafsgitter an allen Tunneleingängen… Durch den ersten Tunnel durch, ein kurzer verwunderter Blick „Wo sind wir jetzt hier, wie sieht’s hier aus?“ und zack, schon geht es in den anderen Tunnel hinein. Und als der uns wieder ausspuckt, befinden wir uns zum zweiten Mal heute im Ottadalen mit Kurs gen Osten (und ein paar späte Kreuzfahrt-Tourbusse leisten uns auch wieder Gesellschaft).

Die Straße sinkt allmählich ab und taucht auch wieder in bewaldete Gebiete ein. Und prompt gerät mein bester aller Ehemänner am Steuer in Ekstase:

„Das ist MEINE LANDSCHAFT!!“

Der Mann braucht halt Bäume. 🙂 Und natürlich geile Flüsse überall.

(Seine Frau hingegen denkt: Schon nett hier. Aber da könnt ich ja gleich nach Schweden gehen oder von mir aus auch nach Kanada… :D). Aber urteilt selbst:

Die beiden Fotos oben entstanden wenige Meter neben der Straße. Rainer war auf einen Impuls hin rechts rausgezogen.

Dass er das kurz danach ein zweites Mal tat, bescherte uns am Ende den Lachflash des Tages. Da ging halt so ein kleiner Schotterweg ab in Richtung Wasser, und der führte auch tatsächlich hinunter zum schönen Fluss. Doch damit nicht genug, „Ich fahr nur noch ein paar Meter weiter!“ Der Weg war klein und wurde kleiner, ein richtiger Dreckspfad. Was auch immer mein Mann gedacht haben mag, er hielt jedenfalls drauf.

Und nach kurzer Strecke versandete der Weg frontal da, wo es fahrtechnisch definitiv nicht mehr weiter ging:

Hm. Rückwärts raus oder wenden ohne Wendeplatz? Der Fahrer entscheidet sich angesichts der auf dieser Sackgasse zurückgelegten Wegstrecke auf Hoppeluntergrund für ein Wendemanöver, trotz der äußerst präzisen Analyse:

„Das könnte dauern…“

Denn der „Weg“ hat nun wirklich nicht mehr als Fahrzeugbreite.

Also hin und her und hin und her zwischen Botanik vorne und Botanik hinten, bis er mit beiden Enden des Autos quasi Kuschelkontakt mit dem Gemüse hat.

„Ich seh nur noch Blätter hier!!“

Der akustische Parkassistent spielt leicht überfordert ein lustiges Tatü-Tata, weil er im Wechsel hoch (Hindernis vorne) und tief (Hindernis hinten) eine Terz piepst. Und vor lauter Rangiererei ist hinten auch noch der Scheibenwischer angegangen… Ha ha ha, das war echt ausgesprochen lustig!!

Irgendwann war das Fahrzeug mit Geduld und Spucke gedreht, und wir tuckerten zurück auf die Straße, nicht ohne vorher einen äußerst irritierten Blick („Wo kommen die denn her?!?“)  von einem anderen Fahrzeug zu ernten, das auch hier von der Straße abgebogen war, im Gegensatz zu uns aber wenigstens mit einem landeseigenen KFZ-Kennzeichen aufwarten konnte… 😀

Allmählich wird es Abend, und wir müssen nun noch ein paar Kleinigkeiten zum Essen kaufen. Bei Dønnfoss überquert die Straße den Fluss, da liegt ein superschicker Campingplatz, und gegenüber ist ein Laden. Wir halten also an, aber das wäre eh dran gewesen angesichts dieses Anblicks von der Brücke aus:

Lechz, da könnt ich mich doch glatt mit „Kanada“ arrangieren…

Flussabwärts wird die Landschaft nun „endlich“ etwas langweiliger. Bebauter, industrieller. Doch dann kommen wir nach Lom. Wir sind mal wieder unvorbereitet, aber was es hier zu sehen gibt, sehen wir auch so:

Jawohl, Lom hat ne Stabkirche. Und keine kleine. Sie wurde um 1160 errichtet und im 17. Jh. zu einer Kreuzkirche umgebaut.

Die Kirche hat für heute schon geschlossen, das erspart uns 70 NOK Eintritt pro Person. Dabei ist Elias tatsächlich so beeindruckt, dass er – vielleicht – sogar freiwillig mit reingegangen wäre.

So beschränken wir uns auf eine Umrundung, was auch schon eine recht stimmungsvolle Angelegenheit ist. Übrigens herrscht auf dem Gelände flächendeckend Rauchverbot. 😀

Langsam reicht’s uns für heute; Zeit an die Nacht zu denken. Wir einigen uns, dass es heute echt kein Campingplatz sein muss. Wenn wir einen schönen wilden Stellplatz finden, soll’s uns genauso recht sein.

Unten im Otta-Tal starten wir erst zwei halbherzige Versuche, aber die Stellplätze sind beide total hässlich, so dass wir direkt wieder aus der Einfahrt hinausfahren. Etwas weiter flussabwärts finden wir einen nicht gar so hässlichen Parkplatz, aber da windet es definitiv zu stark, und außerdem ist die Straße ungemütlich viel befahren. Also biegen wir noch ab in Richtung der Landschaftsroute Valdresflye, die wir uns entschieden haben morgen anzugehen. Auf der Zufahrt zur Landschaftsroute gibt es ein paar schöne Plätze, aber ungewöhnlicherweise ist überall das Übernachten ausdrücklich verboten. Und an drei Campingplätzen fahren wir vorüber, die allesamt eher zu als auf aussehen – so gar nicht einladend.

Schließlich – endlich! – sehen wir rechts der Straße einen großen Parkplatz, direkt an einem schönen See (Lemonsjøen, P bei N61° 46.352 E9° 05.222). Ein Schild steht dran – „Camping 100 NOK“. Gegenüber der Zeltplatz scheint geschlossen, und wir wissen nicht wohin mit unserem Geld, also bleiben wir halt unbezahlt stehen. Da ist sogar ein Stromanschluss (den wir aber nicht benötigen).

Vom Parkplatz aus führt ein Pfad wenige Meter direkt hinunter zum See, wo eine (grad unbewohnte) Hütte steht.

Dort ist ne kleine private Kiesbank mit herrlichem Blick direkt Richtung Sonnenuntergang, der sich bereits ankündigt. Ich schnappe mir das Kochzeug – mein Motto lautet ja „schöner kochen“ ?, und heute ist ein geradezu modellhafter Fall davon. Zwiebeln schälen beim schönsten Abendlichte über einem stillen Wasser. Einfach herrlich!!

Endlich sind die Spätzle gar und die Soße heiß. Wir fangen an zu essen – da hat plötzlich jemand die Farbe angeknipst!! Die Wolkenbilder waren vorher schon wunderschön, aber nun hat sich innerhalb von 2 Sekunden plötzlich der ganze obere Himmel mit den höher liegenden Wolkenschichten blutrot gefärbt. Es ist ein rechtes Spektakel, das wir ausgiebig genießen, bis auch der letzte Farbtupfer verglüht ist…

Randvoll mit Eindrücken legen wir uns schlafen. Was für ein Tag!!

Fahrtübersicht Tag 21:

Geiranger – Langvatnet – Grotli – Landschaftsroute Gamle Strynefjellsvegen – Videsaeter – Langvatnet – Grotli – Dønfoss – Lom – Lemonsjøen, 190 km, Fahrtzeit: mittags bis abends, weil die Strecke so atemberaubend schön war!

TAGESVLOG – Geirangerfjord & Gamle Strynefjellsvegen

2018-03-08T16:37:28+01:00

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Sonja

6 Comments

  1. Avatar
    Hannelore Ratz 13. November 2017 um 18:23 Uhr - Antworten

    Sowas von fantastisch!!!!

    • Sonja
      Sonja 13. November 2017 um 19:54 Uhr - Antworten

      Danke. Ist ja schön, wenn sich im November noch jemand dafür interessiert… 🙂

  2. Avatar
    Dagmar B. 14. November 2017 um 19:54 Uhr - Antworten

    Klar, reisen ist schön – auch auf dem gemütlichen Sofa! 😉

  3. Avatar
    Tabea R. 15. November 2017 um 19:18 Uhr - Antworten

    Grandiose Fotos!!! Kompliment an den Fotografen und den „Schreiberling“ 🙂

    • Sonja
      Sonja 15. November 2017 um 22:35 Uhr - Antworten

      Danke, Tabea! Fotografiert haben meistens Rainer und ich, Elias hat gefilmt. 🙂

  4. Avatar
    Hannelore Ratz 2. Januar 2018 um 16:17 Uhr - Antworten

    Und beim Anschaunen im Jahr 2018 immer noch sagenhaft schön!

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