Großbritannien – Tag 9: Lake District – Lake Buttermere und die Folgen

Wenn man mal davon absieht, dass Rainer im Laufe der Nacht (!) feststellte, dass sein Bett ihm zu kurz war, haben wir eine gemütliche Nacht verbracht. Und erwartungsvoll betreten wir morgens den schönen Frühstücksraum im Erdgeschoss.

Da bekommen wir tatsächlich den Satz zu hören

„We serve a full english breakfast.“

Soll heißen: Es gibt (neben Cerealien, Obst, Saft, Joghurt, Toast mit Marmelade etc.) eine Auswahl aus folgender Palette:

„Sausage, bacon, beans, tomato & mushrooms and eggs (fried, poached oder scrambled). And would you like white or dark toast?“

Ich nehme einfach alles. Schmeckt auch alles, mit Ausnahme des Würstchens, das eine echt eigenartige Konsistenz hat.

Und der Speck ist viel dicker geschnitten und hat viel weniger Fett, als was bei uns als „Frühstücksspeck“ verkauft wird. Eher eine dünne Scheibe Schinken ist das.

Wohlgesättigt bezahlen wir und brechen auf. Da das Auto heute problemlos startet und es auch gestern, als es streikte, beim Betätigen des Anlassers nicht „jodelte“, sondern noch nicht mal leise zuckte, entscheiden wir uns gegen einen Werkstattbesuch, denn die Batterie wird’s nach Abwägung der Plausibilitäten wohl kaum sein. Und ein anderes (elektronisches?) Problem ausfindig zu machen, verlangt wohl eher nach einer VW-Werkstatt mit Diagnosegerät.

Die kurze Strecke zum Lake District haben wir schnell zurückgelegt, und schon erreichen wir oberhalb von Keswick einen alten Steinkreis, den Castlerigg Stone Circle.

Irgendwie ist die Lage des Ganzen schon cool, auf einer kleinen flachen Wiesenkuppe umgeben von Bergen.

Elias aber verkennt irgendwie den Ernst der Lage:

„Ich kann dir auch ein paar Steine in den Garten kippen!“

Dass der Steinkreis rund 5000 Jahre alt soll, beeindruckt ihn nicht die Bohne. Ok, sie sind im Vergleich zu Stonehenge schon ziemlich klein. Aber trotzdem.

Und dieser Herr hier scheint schon zu finden, dass der Steinkreis was hat. Im Nieselregen liegt er ein paar Meter abseits auf der nassen Wiese und lässt (mit E-Zigarette in der Hand) offenbar die Aura des Ganzen auf sich wirken…

Anschließend geht’s hinunter an den Derwentwater Lake an die Bootsanlegestelle. Dort erfahren wir, dass die Miete eines Motorbootes faire 27 GBP pro Stunde kostet (wusste ich schon), dass sie momentan wegen des Windes keine Boote hinauslassen.

„It’s quite choppy out there!“

Wir sollen in einer Stunde erneut nachfragen.

Um die Zeit zu überbrücken, spazieren wir ein paar Hundert Meter am Seeufer entlang…        .

… bis zu „Friars Crag“, einem schönen Aussichtspunkt.        .

Dass da viel fotografiert wird, kann ich mir gut vorstellen. Auch wir schießen ein paar Bilder vom See, da kommt eine Gruppe von Menschen mit Windhunden vorbei. Ob die Hunde alle ihnen gehören, oder ist das so ne Art Gassigehservice???

Wir schlendern zurück. Aber so langsam kann man die paar Meter gar nicht zurücklegen, dass da jetzt schon eine Stunde rum wäre. Wir haben also noch etwas Zeit zu verbraten. Erst mal aufs Klo, das kann ja kaum schaden.

Am öffentlichen Klohäuschen lese ich dieses Schild:

Dass sich jemand so wortreich dafür entschuldigt, dass der Besuch seines stillen Örtchens 40p kostet, finde ich schon bemerkenswert.

Aber was nun? Ich habe natürlich eine Idee. 😉

Und zwar befindet sich wenige Kilometer weiter am See entlang wohl eine weitere sehenswerte Stelle, Ashness Bridge. Da könnten wir doch auch noch kurz hochfahren und DANACH erneut am Bootshaus vorbeischauen.

Die Straße am Derwentwater See entlang kostet mal wieder Nerven. Sehr eng ist das alles hier. Vor allem, wenn einem immer wieder doppelstöckige Busse die Straßenseite streitig machen.

Da hilft alles nix außer gegebenenfalls rückwärts zu fahren, bis irgendwo Platz ist, damit zwei Außenspiegel sich reibungsfrei aneinander vorbei quetschen können.

Mir kommt der Gedanke, dass es in diesen Regionen schon eine Herausforderung sein muss, wenn man als Führerscheinneuling auf den allgemeinen Straßenverkehr losgelassen wird und dann gleich mit solchen Situationen klar kommen soll.

Aber es geht noch weitaus enger. Bei der Auffahrt zur Ashness Bridge zum Beispiel. Nicht nur, dass das Sträßchen größenteils definitiv einspurig ist, es geht auch noch steil hoch. Und da kommt es aufgrund gehäuften Gegenverkehrs zur Notwendigkeit von ausgeprägten Rangiermanövern, wo man wegen den allgegenwärtigen Hecken und Steinmauern im Grunde doch a) nix sieht und b) nirgends hin ausweichen kann.

Und kurz vor der Brücke stecken wir auf einmal fest. Rainer gibt vorsichtig Gas, das Auto rührt sich aber nicht freiwillig vom Fleck, sondern fährt widerborstig wie mit voll angezogener Handbremse. Und es fängt bestialisch an zu stinken. Das Hoch- und Runtergefahre und das Auf-der-Bremse-Stehen hat wohl irgendwas blockiert, die Berganfahrhilfe oder Was-wissen-denn-wir-schon-nämlich-gar-Nichts. Aber es hilft ja nichts, wir blockieren die ganze Straße, wo doch grad drei Autos (plus jede Menge schaulustiger Fußgänger) eigentlich an uns vorbei bergab wollen. Wir stehen unter Stress!!

Am Ende ist es so ähnlich wie beim Reiten. Rainer gibt seinem Gaul energisch die Sporen, und als er zeigt, dass er’s ernst meint, geht’s auch irgendwie vorwärts.

Wir rollen die paar Meter vor über die aus unserer Sicht ziemlich unspektakuläre Brücke.

Direkt dahinter ist ein Waldparkplatz; nix wie drauf und erstmal die Nerven beruhigen.

Gäbe es doch Geruchsfernsehen… 😀

Um ein bisschen runter und dem Gestank zu entkommen, sehen wir uns kurz die Brücke an, werden dann aber beim angrenzenden Steinhaus von diesem Schild angezogen:

„Muddy Boots welcome“

Ein sehr nettes Schild, wie ich finde, das uns schon des öfteren aufgefallen ist. Was mag es aber mit dem Rest der Einladung auf dem Schild auf sich  haben?

Das Häuschen ist eine Einladung des National Trust zu Tee oder Kaffee und etwas Gebäck, einem warmen Ofen und einem Gespräch. Dieser Laden wird mir immer sympathischer. Der National Trust unterhält an fast allen seinen Hotspots Infostellen, wo Freiwillige auf sehr sympathische Art und Weise um Mitgliedschaft werben. Dieses Häuschen hier ist aber wirklich besonders einladend. Das findet auch der Kollege hier:

Der Engländer an sich ist ja, wie wir immer wieder feststellen, ausgesprochen wetterfest, aber selbst er wärmt sich gern mal auf, und einen Tee kann er sowieso nie ausschlagen.

Zurück auf dem Parkplatz futtern wir ein paar Brote zu Mittag. Der Parkplatz ist lauschig, wenigstens das.

Mein Blick fällt nach oben.

Wir befinden uns hier in einer Art Regenwald-Urwald. Klar, ich übertreibe, aber das satte Grün und all das Moos und die Farne – das sieht schon ziemlich geil aus. Und da zieht sich direkt vor unserem Auto ein Wegchen hoch.

Wo das wohl hinführt? Weit kann’s nicht gehen, ich ahne gleich da vorne einen Abgrund. Und beschließe der Sache auf den Grund zu gehen. Nach ein paar Hundert Metern finde ich mich hier wieder und schreibe meiner Familie:

„Bitte hochkommen, es lohnt sich.“

Simeon antwortet prompt aus dem fernen Weiler:

„Yo bin unterwegs :)“

Wirklich ein schönes Plätzchen ist das da mit einem umfassenden Blick hinunter auf den Derwentwater Lake.

Das Auto stinkt noch immer ein bisschen, aber naja, bergab wird’s schon gehen. Da kommt uns dieses Mal auf den paar Metern, die vorhin beim Hochfahren so gestresst haben, auch kein einziges Auto entgegen, und schwupp sind wir wieder auf der Straße, die immerhin einen Mittelstreifen hat und von daher nur bei Busgegenverkehr die Nerven strapaziert.

Wir fahren zurück zum Parkplatz bei der Bootsanlegestelle. Um kein unnötiges (teures) Parkticket zu ziehen, gehe ich allein vor und frage nach, aber nein, heute wird das nichts mehr mit der Bootsmiete. Verflixt, was nun?

Ich krame nach im Optionenrepertoire, und mir fällt noch ein: Lake Buttermere. Der soll sehr schön zu umrunden sein, und das geht ja notfalls auch bei Regen (wonach es generell schon den ganzen Tag aussieht).

Gleich westlich von Keswick liegt Portinscale; dort geht die Straße ab Richtung Buttermere. Schon im Ort selbst ist die Wegführung heftig, und außerhalb geht das Gegurke grad so weiter, und Rainer ist leicht am Fluchen.

Als Beifahrer bin ich nicht ganz so genervt von den stets eng ummauerten Sträßchen, sondern habe noch Muße rechts und links zu schauen. Und was ich da sehe, finde ich durchaus zu meiner eigenen Überraschung ziemlich märchenhaft.

Hoppla, das ist aber schon irgendwie ein besonderes Tal!!

Ein paar Kilometer weiter wird das Tal wilder, karger, norwegischer (schottischer, isländischer, Liste bei Bedarf bitte selbst ergänzen).

Ach ja, irgendwie logisch: Es geht hier über einen Pass. Da mir diese Tatsache erst jetzt bewusst wird, muss ich nachsehen. Es handelt sich um den Newlands Pass, der mir bislang auf der Karte gar nicht aufgefallen war. Und links des Passes gibt es auch noch einen dekorativen Wasserfall.

Auf der anderen Seite geht es durch üppige Grüntöne…

… schnell herab nach Buttermere am gleichnamigen See.

So, und nun die Preisfrage: Wie lang bleibt es wohl noch trocken?? Die Umrundung des ganzen Sees wäre gut 7 km lang.

Loslaufen kann man ja mal. Wir sind da in guter Gesellschaft. Ganze Familien bewegen sich mit uns um den See.

Elias schläft hier übrigens nicht, sondern er hat vergnügt sich gerade beim perspektivischen Fotografieren. 🙂

Der Weg um den See ist ganz nett, aber – zumindest bei dem momentanen Nebel, der die Sicht auf die umliegenden Berge stark einschränkt – nicht sonderlich spektakulär.

Kurz nach diesem letzten Foto „passiert’s“: Es fängt an zu regnen.

Und kurz, nachdem es zu regnen anfängt, fragt Rainer, ob das denn eigentlich mein Ernst gewesen sei, dass Umkehren überhaupt eine ernsthafte Option sei. Ja, schon… Und da zwei von drei dafür sind, drehen wir um und gehen zurück.

Ich hatte ja so bei mir gedacht, das sei jetzt halt so ein Fall von englischem Regen, der sich nach Minuten wieder in Wohlgefallen auflösen könne. Glasklar muss man festhalten: Das war ein Irrtum.

Englischer Landregen hat übrigens die Fähigkeit, einen schnell und gründlich zu durchweichen.

Am See entlang gelangen wir zurück nach Buttermere, wo mir noch dieses schöne Schieferhaus auffällt.

Bei näherer Betrachtung sehe ich jetzt rechts oben auf dem Foto den Weg des Himmelswassers…

Danach fallen live schon die Sturzbäche auf, die sich am Straßenrand zu formieren beginnen.

Das Bild ist richtig rum so. Ich laufe die Straße hoch, und links fließen die Gewässer zu Tal.

Als ich etwas nach meinen Männern, die irgendwie einen Stechschritt an den Tag gelegt hatten, der mit meinem Kurzgebein nicht kompatibel war, am Auto ankomme, ist die Stimmung im Eimer. Ich hatte das Ganze eigentlich bis gerade eben noch ganz lustig gefunden, aber langsam dämmert mir das Problem. Beregnet werden an sich ist ja kein Grund zur Sorge. Wie aber geht es weiter? Wir sind inzwischen alle drei flatschnass. Wie soll man sich nun umziehen? Im vollen Auto ist kein Platz. Wohin mit der triefenden Jacke, der vollgesaugten Hose, den quietschenden Schuhen, dem durchweichten T-Shirt, der nassen Unterhose? Gut, die Unterhose bleibt an. Aller anderen Kleidung entledigt sich Rainer unter der geöffneten Heckklappe, während es waagerecht drunterregnet. Schnell ein trockenes T-Shirt hervorgekramt. Dann steigt er vorne ein und fährt los.

Ziel ist ein angeblich sehr schön gelegener Farm-Camping-Zeltplatz genau am Fuss der für morgen geplanten Tagestour auf den Scafell Pike, den mit knapp 1000 m Höhe höchsten Berg Englands. Der Weg dorthin führt von Buttermere aus über einen weiteren Pass, Honister Pass. An sich ist das auch eine sehr schöne Strecke, aber da wir in unseren Unterhosen schlecht aus dem Auto aussteigen können und es ohnehin in einem fort weiterschüttet, bleibt es bei zwei dieser Frontscheibenhandyfotos.

Den Schafen ist das Wetter scheißegal. Uns weniger.

Inzwischen habe ich mir ne trockene Hose angezogen und bin daher in der Lage, als wir am Saithewaite Farm Camping auf den Hof rollen, auszusteigen und die etwas unübersichtiche Lage zu checken. Wo die Campingwiese ist, ist klar, aber wo ist die „Rezeption“?

Nachdem ich den Gebäudekomplex zweimal umrundet habe, klopfe ich auf Verdacht an einer der Türen und bin da tatsächlich richtig. 6 GBP pro Person kostet die Übernachtung. Wir sollen uns irgendwo auf die Wiese am Fuße des absolut riesigen, heruntertösenden Wasserfalls stellen – am Besten irgendwohin, wo wir uns auch bei Nässe auf dem Gras nicht festfahren. Diese Anweisung kommt mir irgendwie bekannt vor…

So ein Plätzchen finden wir auch, einen fast als geschottert zu bezeichnenden Abstecher vom Hauptzugangsweg auf die Wiese. Da stehen wir nun also. Und jetzt? Wie weiter??

Warme Kleidung muss her. Es regnet in einem fort, und es stürmt, und es ist echt kalt. Es ist kurz nach halb fünf.

Die nächsten 90 Minuten (!) verbringen wir damit, die Logistik unserer Situation zu besprechen. Vier Hauptprobleme gibt es:

  1. Wie sollen wir bei diesen Bedingungen unsere ganzen Kleider und Schuhe trocken kriegen?
  2. Wie sollen wir unter diesen Bedingungen kochen? Die Markise, die uns einen Tick Schutz gewähren würde, können wir bei diesem Wind nicht ausfahren. Ein Fenster zu öffnen, wäre idiotisch, da es von allen Seiten massiv reinregnet, sobald wir dem Regen irgendwo die Chance dazu geben. Unbelüftet im Auto mit einem Gaskocher zu kochen, wäre allerdings Selbstmord.
  3. Wie sollen wir unter diesen Bedingungen Wasser zum Kochen holen? Ich würde mich ja anbieten, mich in die Fluten zu stürzen und die 100 m (weiter ist es nicht) bis zum Abwaschraum vorzudringen, wo es warmes Wasser gibt, aber den vollen Topf müsste ich auf dem Rückweg mit beiden Händen tragen, und dann kann ich nicht auch noch einen Schirm halten, und ohne Schirm ist das da draußen schon echt heftig!! Und von den anderen beiden will keiner mit raus. Ein kompletter Satz Kleider (pro Person) ist ja schon flatschnass (darunter die Regenjacke). Einen zweiten zu produzieren, ist keine attraktive Option, siehe Punkt 1.
  4. Wie sollen wir unter diesen Bedingungen jemals das Dachzelt hochlassen und die Regenhülle draufkriegen?

Umzug in das nächste Luxushotel mit Whirlpool??

So weit würden wir niemals sinken, jedenfalls nicht mit mir an Bord. Aber wir werfen die Standheizung an, die tatsächlich ganz gut bollert und das Mikroklima um uns herum zu einem Dampfhaus mutieren lässt. Dennoch: schon ein bisschen besser.

Am Ende kommt es zu einer Lösung, die man kaum erzählen darf: Wir lösen Problem Nr. 3, indem wir mit dem Auto die paar Meter zum Abwaschraum zurück fahren. Da wir schon da sind, versuche ich auch nochmal die Farmbesitzer zu kontaktieren, um zu fragen, ob wir für die Nacht nicht doch ins „Bunkhouse“ ausweichen können. Sowas gibt’s hier öfter, einfache Unterkünfte mit Stockbetten o.ä., in der Regel aber mit Kochgelegenheit und oft auch einem kleinen Aufenthaltsraum.

Dieses Mal muss ich das Haus dreimal umrunden, denn da, wo ich vorhin erfolgreich angeklopft habe, kommt es nun zu keinerlei Reaktion. Schließlich macht uns der Sohn des Hauses doch auf, als ich an eines der beleuchteten Fenster klopfe. Er meint allerdings, das Bunkhouse sei belegt; Näheres könne er erst in ca. einer Stunde sagen. Das ist uns echt zu spät. Also frage ich, ob wir wenigstens irgendwo im Trockenen kochen können, z.B. im Abwaschraum.

Nein, das nicht, aber wir könnten irgendwo in die Scheune.

Diese „Option“ weist Elias, als ich sie zurück am Auto präsentiere, empört von sich, denn da stinke es erbärmlich, er sei vorhin auf dem Weg zum Klo daran vorbeigekommen. Ich nehme die Lage in Augenschein, und er hat absolut recht. Es stinkt dort erbärmlich. Und es liegen auch Berge von irgendwelchem widerlichen „Zeugs“ herum, von dem ich absolut nicht identifizieren kann, was das ist. Sieht aus wie faulendes Dämmaterial oder so.

Also holen wir nur heißes Wasser im Topf und fahren mit dem Auto zu unserem Platz zurück. Und da der Regen inzwischen um ein Mü nachgelassen hat und wir eh grad aus dem Selbstmitleidsmodus in sowas wie einen Aktivitätsmodus hinübergefunden haben, nutzen wir die Gelegenheit und lassen mit vereinten Kräften das Dach des Busses hoch, schnell die Regenhülle drüber (nun haben wir im Bus mehr Platz, denn wir können das Innendach hochklappen), und der Wind hat für den Moment auch nachgelassen, also fahren wir auch die Markise aus, hängen das nasse Zeug darunter auf – zwar ist die Umgebung sehr nass, aber vielleicht hilft ja der Wind – öffnen die Seitentür gegen die drohende Kohlenmonoxidvergiftung und kochen Spaghetti mit Pesto (= nur ein Kochtopf).

Schon beim Essen sieht die Welt schon anders aus. Wir werden die Nacht überleben, und morgen ist ein neuer Tag.

Das könnte jetzt das Tagesschlusswort sein, aber Elias packt noch einen drauf. Beim Maxx-Camp, wo er vor unserem Urlaub auf einer Jugendfreizeit des CVJM Landesverbands war, haben sie ein Buch mit Tagesandachten für Jugendliche geschenkt bekommen. Und er will die von heute mit uns besprechen. Das Buch heißt „Start in den Tag“, er nennt das nun „Start in die Nacht“. Also liest Rainer den Bibeltext, Elias die Gedanken dazu aus dem Buch, und dann tauschen wir uns lang und gründlich im nun eine gemütliche Wärme verbreitenden Bus darüber aus und fühlen uns eigentlich ganz wohl. 🙂

ZWEI-TAGES-VLOG – Lake District und weiter

2018-08-23T00:14:14+01:00

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Sonja

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